Klinikclowns in Kiel

Ein Lachen geht um die Welt

Das Konzept der Klinikclowns

Klinikclown – eigentlich ist dieser Begriff ein Widerspruch in sich. Denn wie kann in einer relativ sterilen Umgebung wie in einem Krankenhaus so etwas wie lustige Stimmung aufkommen? Zumal, wenn die Patienten noch sehr jung sind und sie ihre Erkrankung kaum begreifen können?

Genau diese Fragen stellte sich auch der Arzt, Sozialaktivist und Clown Patch Adams – und entwickelte 1968 in den USA das Konzept von den spaßigen Clownbesuchen im tristen Klinikalltag. Hierbei gründete sein Ansatz auf Untersuchungen und persönliche Erfahrungen, wonach das Lachen die Kinder nicht nur aus ihrer Einsamkeit und Traurigkeit befreit, sondern darüber hinaus auch ihren Gesundheitszustand positiv beeinflussen kann.

Seitdem greifen immer mehr Krankenhäuser weltweit diesen therapeutischen Ansatz auf und kooperieren mit Schauspielern und Clowns, die möglichst in regelmäßigen Abständen die Kinderstationen aufsuchen. Und das mit durchgängig positiver Resonanz. Doch nicht nur die jungen Patienten profitieren von den Besuchen. Durch ihre »Visiten« sind die Klinikclowns auch eine besondere Stütze für viele Eltern, die für jede Abwechslung dankbar sind, die ihren Kindern zuteil wird. Außerdem entlastet das Projekt auch das Krankenhauspersonal, das aufgrund der ohnehin großen Arbeitsbelastungen das persönliche Gespräch mit den Kindern oft zurückstellen muss.

Die Gründung der »Klinikcläune«

Die »Klinikcläune« - so nennen sich die Klinikclowns, die seit Dezember 2003 in der Uniklinik Kiel (und seit 2008 auch in Neumünster) jede Woche bei den jungen Patienten hereinschauen. Der originelle Name wurde ihnen übrigens von einem kleinen Jungen im Krankenbett gegeben, der sich über seine Wortschöpfung fast so gut amüsieren konnte wie über die lustigen Vorstellungen der rotnasigen »Ärzte«.

Entscheidende Geburtshilfe bei diesem Projekt haben zwei Kieler geleistet: Marten Freund, geschäftsführender Inhaber des Delikatessen-Marktes Schlemmer-Freund, sowie Professor Stephani, der damalige Leiter der Kinderkliniken an der Universitätsklinik. Sie unterstützten den Berufsclown Harald Roos großzügig und tatkräftig bei der Umsetzung seiner schon lang gehegten Idee.

Am 06.12. 2003 feierten die Kieler Klinikclowns auf der 1. medizinischen Station (Kinder-Krebs-Station) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK-SH) dann Premiere. Bereits im Januar 2004 wurde die Herzstation, die 2. medizinische Station, die Ambulanz sowie Neuropädiatrie und das Spielzimmer der Kinderklinik in das Besuchsprogramm integriert. 2005 folgte die chirurgische Station.

Seit 2008 werden zusätzlich die Intensivstation der Kinderklinik in Neumünster sowie zwei Kinderstationen außerhalb der Kinderklinik (in der HNO und im Neurozentrum) besucht.